Ausrüstung

Was macht man, wenn die Tanzschule geschlossen, das Training nicht möglich und alle Turniere abgesagt sind? Und damit das größte Hobby nicht ausgeübt werden kann? Wir haben 2020 im ersten Corona-Lockdown das Wandern entdeckt.

Jedes Wochenende ging (und geht es noch immer) einen Tag auf Tour - mal direkt von daheim, mal ein Stück weiter weg mit dem Auto. Fernab von Siedlungen und Parkplätzen sind die Wege leer, der von Menschen gemachte Lärm verstummt und wir lernen unsere Heimat ganz neu kennen. Und manchmal warten die Tiere, die uns unterwegs begegnen, bis wir endlich ein Foto gemacht haben…

Ausrüstung war für die Tagestouren kein Thema: Rucksäcke für einen Tag Verpflegung und Wanderschuhe gehörten schon immer zu unserem Hausstand und bei Regen wurde am nächsten Tag gewandert. Als Proviant gab es Brote, Rohkost als Fingerfood und Kekse.

Handy mit Kopfhörer habe ich dabei als Navi: die Tracks entweder von einem Anbieter heruntergeladen oder gleich einen Weg suchen lassen von der OsmAnd-App, die ich ansonsten für Radtouren nutze.

In Vorbereitung auf die Ostroute des Westwegs habe ich einen Rucksack mit 26 + 3 l Volumen gekauft, damit für vier Tage Klamotten darin Platz haben. Ernsthaft wurde es in der Vorbereitung auf die Via Claudia Augusta, als klar war, dass ich alle Ausrüstung für 14 Tage selbst tragen muss. Mein Ziel: brutto nicht mehr als zehn Kilo einschließlich Verpflegung und Getränke! Schlussendlich habe ich alles gewogen, in ein Excel eingetragen und auf Touren vorab auf Funktionalität getestet:

  • Statt Reisetagebuch in Papier plus Tablet mit ebooks → ein reMarkable, weil es beide Funktionen vereint und weniger wiegt
  • nur das eine Paar Wanderschuhe an den Füßen, im Hotel gehe ich auf (Wander-)Socken
  • 3 Paar Socken (handgestrickt) sind unverzichtbar
  • 2 Satz Klamotten reichen (alles trocknet tatsächlich über Nacht!), Schlafanzug ist überflüssig, Unterwäsche wird gewaschen
  • ein großes wasserdichtes Cape, unter dem ich einschließlich Rucksack Platz habe; eine Funktionsjacke, die dafür sorgt, dass ich nicht vom eigenen Schwitzwasser nass werde und wasserdichte Gamaschen, die verhindern, dass der Regen vom Cape direkt in die Schuhe läuft
  • gegen Sonnenbrand eine Kappe mit großem Schirm und Nackenschutz sowie eine langärmelige Jacke aus Leinenstrick
  • und dann der ganze “Kleinkram”: Thermobecher, Wasserflasche, Wanderstöcke, Toilettenpapier, Sonnencreme, Zahnputz-Tabletten, Pflaster, Schere, Desinfektionsmittel, Mückenspray, Powerbank, Handy, Kopfhörer, Ladekabel, …

 

Ernährung

Im Sommer 2023 haben wir umgestellt auf artgerechte Ernährung der Ernährungs-Docs. Seither bin ich fitter, erhole mich schneller von großen Anstrengungen und lagere bei Fernwanderungen kein Wasser mehr in die Füße ein - ja, Ernährung ist definitiv auch ein Teil der Ausrüstung! 

Tagestouren beginnen seither mit einem lange sättigenden Frühstück, zur Zeit am liebsten das auf dem Foto (Rezept). Für unterwegs gibt es einen Rohkostsalat aus (pro Person) 250 g Rohkost, 100 g gekochte Hülsenfrüchte, 15 g Nüssen, 1 Eßl. Raps- oder Leinöl, 1 Eßl. Essig oder Zitronensaft, Salz, Gewürze, Kräuter… und für eine zweite Pause Studentenfutter oder selbstgemachte Müsliriegel. Tee und Wasser dürfen auch nicht fehlen. Zurück daheim gibt es eine warme Mahlzeit. 

Auf die Fernwanderungen nehme ich Teebeutel, selbstgemachte Müsliriegel, Studentenfutter, Leinöl und für die Motivation eine große Tafel Schokolade mit, die mir Uwe schenkt. Ja, ich weiß, die ist nicht artgerecht…