Via Claudia Augusta, Etappe 20: Von Eppan bis Neumarkt

Tag 5 / 20.06.2025

Nach einem sehr liebevoll zubereiteten Frühstück (die Senior-Chefin vom Empfang gestern kocht jedem persönlich sein Wunsch-Ei) steht erstmal das Ende der gestrigen Etappe an - gut 6 km bis Kaltern auf asphaltiertem Radweg. Das Stadtzentrum ist gestopft voll: Bis zehn Uhr dürfen Autos, Motorräder etc. durch den “verkehrsberuhigten” Ortskern und Markt ist auch noch… 

Ich kaufe zunächst eine 750 ml-Wasserflasche, bei der anhaltenden Hitze brauche ich deutlich mehr Wasser. Dann besichtige ich die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und laufe von dort zur Talstation der Standseilbahn auf den Mendelpaß. Auch dort alles voller Menschen und ich bekomme einen der letzten Stehplätze in der Bahn nach oben. Die Aussicht von der Bergstation ist atemberaubend! Runter sind wir zu viert…

Der Asphalt bleibt mir erst mal erhalten auf dem Weg zum Kalterer See und am See entlang. Den ich nur von Weitem zu sehen bekommen, das Ufer ist, zumindest an diesem Teilstück, fest in Privatbesitz: Campingplätze, Hotels, …

Vom See bis hinauf nach Tramin folgt der schönste Teil des Tages, ein Wanderweg fast nur durch herrlichen Wald. Und am Ende des Anstiegs ein kleiner Maulbeerbaum mit reifen Früchten!

Wie gut, dass ich trotz der Hitze hinaufgestiegen bin zur Kirche St. Jakob in Kastelaz - was für traumhafte Malerei aus dem frühen 13. Jahrhundert!

Vom Kirchhof kann ich bis zu meinem Etappenziel schauen: auf der gegenüberliegenden Talseite liegt Neumarkt.

Der Weg dorthin ist mühsam: erst 5 km entlang der Straße, großteils ohne Fußweg. Gefolgt von 5 km auf kombiniertem Rad- / Fußweg, alles in praller Sonne und auf dem Radweg dazu mit Gegenwind…

Zum Abendessen werde ich draußen platziert und fast weggeblasen. Weil ich heute durch Tramin gelaufen bin, gönne ich mir ein Glas Gewürztraminer. Der duftet nach den blühenden Jasmin-Hecken, an denen ich ebenfalls vorbeigelaufen bin :-)

Wäsche waschen fällt heute aus, das Zimmer hat keinen Balkon und nichts zum Aufhängen. Dafür gibt es eine Klimaanlage, eine Wohltat nach der Asphalt-(Tor-)tour.