Via Claudia Augusta, Etappe 21: Von Neumarkt nach Mezzocorona

Tag 6 / 21.06.2025

Der Tag beginnt bedeckt und ich laufe erstmal zur Ausgrabung römischer Reste, die einem Rasthof an der Claudia Augusta zugeordnet werden. Bezeichnet wird der Ort als Endidae, valide Belege dafür sind rar. Was immer noch zu erkennen ist: Verschiebungen im Mauerwerk, ein Erdbeben hat das Gebäude zerstört.

Dann geht es zurück durch den Ortskern und den Berg hinauf. Oben steht eine kleine Kirche. Die Tür ist zu, aber ein kleines Fenster gewährt einen Blick nach drinnen.

Der Wald hier ist Naturschutzgebiet, der Weg teils schmal und am Steilhang entlang. Und dazwischen Siedlungsreste wie dieser alte Kalk-Brennofen.

Auf einem Teilstück sind ganz viele Grillen zu hören und auf einem offenen Stück lässt sich eine fotografieren. Die Bäume stehen tatsächlich total schief am Hang! An einer Stelle ist der Weg unter einem kleinen Hangrutsch begraben. Vor Salurn / Salorno geht es den Hang hinunter ins Tal.

Die Kirche im Ortskern ist offen - wie verschieden all die Kirchen sind, die ich bisher gesehen habe! Die deutschsprachige Vergangenheit ist noch immer sichtbar in den Beschriftungen der Häuser. Der Rest des Tages ist eintöniger Asphalt durch Monokultur Wein, aber mit mehr Schatten und weniger Autos als gestern. Die Berge scheinen unvermittelt fast senkrecht aus dem Talboden zu wachsen. Auch Mezzocorona hat ein solches Bergmassiv im Rücken.

Das Hotel ist eine üble Absteige mit verschlissener Bettwäsche und ausgefransten dünnen Handtüchern. Zum Abendessen gehe ich in eine Pizzeria in der Nähe. Die Pizza ist super, das Getränk statt der erhofften frischen Minze eine giftgrüne synthetische Brause. Und auch der Pino Grigiot, der hier angebaut wird, enttäuscht mich.